Sonntag, 19 November 2017

GlaskörperinjektionenFAMD
bei Feuchter AMD

Altersbedingte Makuladegeneration und VMTS wird heute schonend mittels der Injektion von Medikamenten (VEGF-Hemmern oder Ocriplasmin) behandelt

Die Injektion von Medikamenten in den Glaskörper des Auges ist eine mögliche Option bei Netzhaut-, Makula und Glaskörpererkrankungen. Je nach Befund stehen für diesen ambulanten Eingriff verschiedene Medikamente zur Verfügung. Noch recht jung ist die Therapie der feuchten altersbedingten Makuladegeneration AMD oder der diabetischen Retinopathie mit Medikamenten, die das Gefäßwachstum hemmen. Diese sogenannten VEGF-Hemmer stoppen durch die Blockade des Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) das Gefäßwachstum (Angiogenese). Bei 75% der Patienten halten sie ein Fortschreiten der Augenerkrankung im Frühstadium auf, bei der Hälfte der Patienten verbessern sie die Sehfähigkeit sogar. Seit Anfang 2013 gibt es zur Behandlung einer anormalen Glaskörperabhebung (VMTS), bei der es zu einem Zug auf die Makula kommt, ein neues Medikament, mit dessen Hilfe sich der Glaskörper besser löst. Dies war bei rund 78% der Patienten der Fall.


Wie werden Medikamente in das Auge injiziert?


Das Einbringen von Medikamenten in den Augapfel (intravitreale Injektionen oder IVOM) ist eine mögliche minimalinvasive Behandlungsoption bei einigen Augenerkrankungen. Oft kann dadurch ein chirurgischer Eingriff vermieden werden. Die lokale Anwendung von Medikamenten im Auge erlaubt eine geringere Dosierung der Wirkstoffe und reduziert die Nebenwirkungen weitestgehend. Eine Spritze ins Auge kann ambulant verabreicht werden, das muss aber, um Infektionen zu vermeiden, unter sterilen Bedingungen im Operationssaal geschehen. Sie sollte nur von sehr erfahrenen Augenchirurgen gegeben werden. Vor der Injektion wird das Auge an der Stelle betäubt, damit die Behandlung schmerzfrei ist.


VEGF-Blocker zur Behandlung von feuchter AMD und diabetischer Retinopathie


Bis zur Einführung dieser neuen Therapie mit Medikamenteninjektionen war die feuchte altersbedingte Degeneration der Makula für die Hälfte aller Erblindungen verantwortlich. Die Injektion von Medikamenten, die das krankhafte Gefäßwachstum eindämmen, erzielt bei 75% der Patienten eine Visusstabilisierung, das heißt, die fortschreitende Sehverschlechterung wird aufgehalten, bei 50% kann eine Visusverbesserung erreicht werden. Allerdings werden die einmal zerstörten Teile der Netzhaut auch mit dieser Methode nicht geheilt, deswegen sollte diese Behandlung so früh wie möglich einsetzen. Wir empfehlen daher ab ca. 55 Jahren regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um frühe Symptome zu erkennen.


Wichtig zu wissen: Die feuchte AMD ist eine chronische Erkrankung. Deswegen müssen diese Anti-VEGF-Injektionen nach Bedarf wiederholt gegeben werden. Dabei ist eine regelmäßige Durchführung von OCT-Kontrollen unerlässlich.


Für die Behandlung mit Anti-VEGF-Injektionen stehen zur Zeit folgende Wirkstoffe zur Verfügung:


Macugen® (Pegaptanib, der erste Wirkstoff, der als Angiogenesehemmer bei AMD entwickelt wurde)

Lucentis® (Wirkstoff Ranibizumab, das zwei Jahre später auf den Markt kam)
Avastin® (Wirkstoff Bevacizumab, ein Wirkstoff, der aus der Krebsforschung kommt)
Eylea® (Wirkstoff Aflibercept)

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